Technische SEO beim Website-Relaunch: Checkliste gegen Rankingverluste
Bei einem Website-Relaunch können funktionierende Seiten durch falsche Weiterleitungen, versehentliches Noindex oder unpassende Zielseiten Sichtbarkeit verlieren. Diese Checkliste hilft, alte und neue URLs zuzuordnen und die Veröffentlichung anhand konkreter Prüfergebnisse freizugeben.
URL-Prüfliste als CSV herunterladen · Zur Freigabe-Checkliste
1. Den bisherigen Stand sichern
Exportieren Sie wichtige Einstiegsseiten aus Search Console und ergänzen Sie URLs aus Sitemap, Navigation und bekannten externen Links. Erfassen Sie pro URL Zweck, Sprache, bisherigen Status, Klicks und Impressionen mit dem zugehörigen Zeitraum. Auch Seiten mit wenig Suchtraffic können für Kunden, Downloads oder Verweise anderer Websites wichtig sein.
2. Jede alte URL fachlich zuordnen
Entscheiden Sie pro URL: unverändert behalten, auf einen passenden Nachfolger weiterleiten oder ohne Nachfolger entfernen. Eine weggefallene Detailseite pauschal auf die Startseite zu schicken, hilft Besuchern nicht. Übernimmt eine neue Seite denselben Zweck, führen Sie die alte URL direkt per permanenter Weiterleitung dorthin.
Beispiel zur Veranschaulichung: Aus /leistungen/alte-adresse wird /leistungen/neue-adresse. Die alte Adresse liefert 301, das fachlich passende Ziel 200 und einen Canonical auf sich selbst. Interne Links und Sitemap verwenden unmittelbar die neue Adresse. Die CSV enthält dieses Beispiel als ausdrücklich markierte Musterzeile.
3. Weiterleitung und Ziel getrennt testen
Öffnen Sie die alte Adresse und prüfen Sie in den Netzwerkwerkzeugen des Browsers die Antwort und das Ziel. Testen Sie danach die neue Adresse direkt. Ein 200-Status allein genügt nicht: Die Seite muss den erwarteten Inhalt zeigen, darf nicht unbeabsichtigt auf Noindex stehen und sollte keine andere URL als Canonical ausweisen.
Für große Listen nutzen Sie einen Crawler und exportieren Status, Zieladresse, Canonical und Robots-Angaben. Kontrollieren Sie HTTP-Header ebenso wie den HTML-Quelltext. Eine Sperre in robots.txt ist kein Ersatz für eine Noindex-Anweisung.
4. Sprachen, Verlinkung und Seitentypen prüfen
Kontrollieren Sie je einen Vertreter jedes Seitentyps: Startseite, Leistung, Artikel, Kategorie, Produkt und Formular, soweit vorhanden. Interne Links müssen zum richtigen Inhalt führen. Sprachverweise gehören zu entsprechenden, indexierbaren Sprachfassungen; die Sitemap enthält die endgültigen URLs, die in der Suche erscheinen sollen.
Auf Mobilgeräten prüfen Sie Navigation, Lesbarkeit, Bilder, Tabellen und den Kontaktweg. Testen Sie Formulare mit vereinbarten Testdaten einschließlich Bestätigung und Zustellung. Halten Sie technische Fehler getrennt von Messwerten zur Ladezeit fest.
5. Nach der Veröffentlichung nachmessen
Prüfen Sie unmittelbar die priorisierten URLs, Weiterleitungen und Kontaktwege erneut. Vergleichen Sie anschließend Klicks und Impressionen für dieselben Seiten, Länder und Sucharten. Trennen Sie Markensuchen von allgemeinen Suchanfragen. Einzelne Tage und ein veränderter Durchschnittsrang reichen nicht aus, um einen Erfolg oder eine Abstrafung zu belegen.
Google muss Änderungen erneut crawlen und verarbeiten. Dokumentieren Sie deshalb das Veröffentlichungsdatum und weitere Änderungen. Googles Anleitung für URL-Änderungen erläutert die Zuordnung und Verarbeitung; die Anleitung zur Untersuchung von Trafficverlusten hilft bei der Auswertung.
Freigabe und Arbeitsvorlage
Vor der Freigabe müssen diese Punkte geklärt sein
- Jede priorisierte alte URL hat eine dokumentierte Entscheidung und gegebenenfalls ein geprüftes Ziel.
- Zielseiten liefern den erwarteten Inhalt, die passende Sprache und keine versehentliche Indexierungssperre.
- Interne Links, Canonicals und Sitemap passen zu den endgültigen Adressen.
- Formulare und wichtige Abläufe funktionieren; Zuständigkeiten und Rückfallplan sind festgelegt.
- Offene Fehler haben eine verantwortliche Person und eine Entscheidung: beheben oder Freigabe verschieben.
Die CSV-Arbeitsvorlage für URL-Zuordnung und Abnahme lässt sich in Excel oder LibreOffice öffnen. Trennzeichen ist das Semikolon, Zeichensatz UTF-8. Entfernen Sie die Musterzeile und tragen Sie Ihre URLs, Prüfergebnisse, Verantwortlichen und Prüfdaten ein.
Ein Einblick in unsere Umsetzung: Die HPHS-Fallstudie beschreibt Sprachfassungen, Canonicals und Sitemap-Ausgabe eines TYPO3-Projekts. Für die Prüfung einer bestehenden Website gibt es technische SEO und Performance; einen Versionswechsel behandeln wir unter TYPO3-Update.