PrestaShop mit ERP oder Warenwirtschaft verbinden: Datenführung und Mapping
Eine professionelle Verbindung zwischen PrestaShop und einem ERP- oder Warenwirtschaftssystem ist für viele B2B-Unternehmen ein entscheidender Skalierungsfaktor. Mit zunehmender Zahl an Produkten, Kundengruppen, Preislisten, Lagerorten und Bestellungen reicht eine manuelle Datenpflege in mehreren Systemen nicht mehr aus.
Ohne klar definierte Integration entstehen schnell widersprüchliche Lagerbestände, fehlerhafte Preise, doppelte Kundendatensätze oder unvollständige Aufträge. Eine technisch funktionierende Schnittstelle allein löst diese Probleme jedoch nicht. Entscheidend ist, dass Datenführung, Mapping, Synchronisationsrichtung und Fehlerbehandlung vor der Entwicklung eindeutig festgelegt werden.
Eine belastbare PrestaShop-ERP-Integration beantwortet daher insbesondere folgende Fragen:
- Welches System ist für welche Daten führend?
- Welche Informationen werden in welche Richtung übertragen?
- Wie werden Produkte, Varianten, Kunden und Bestellungen eindeutig zugeordnet?
- Welche Daten müssen in Echtzeit synchronisiert werden?
- Wie werden Fehler, Ausfälle und Datenabweichungen behandelt?
Wie bleiben Schnittstelle und Mapping bei Systemupdates wartbar?
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie eine PrestaShop-Anbindung an ERP oder Warenwirtschaft strukturiert planen und technisch zuverlässig umsetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum eine ERP-Integration für PrestaShop wichtig ist
- Datenführung und Mastersysteme festlegen
- Datenführungsmatrix erstellen
- Produktdaten und Varianten mappen
- Preise und Lagerbestände synchronisieren
- Kunden und Unternehmensdaten zuordnen
- Bestellungen und Statuswerte übertragen
- API, Echtzeit-Synchronisation und Batch-Verarbeitung
- Sicherheit, DSGVO und Zugriffsrechte
- Monitoring, Abstimmung und Notfallbetrieb
- Vorgehensmodell für die Umsetzung
- Fazit und Waldbyte-Services
Warum eine ERP-Integration für PrestaShop wichtig ist
B2B-Shops arbeiten häufig mit komplexeren Datenmodellen als klassische B2C-Onlineshops. Geschäftskunden erwarten individuelle Preise, verlässliche Bestände, kundenspezifische Zahlungsziele und eine lückenlose Auftragsabwicklung.
Typische B2B-Anforderungen sind:
- Kundenspezifische Vertrags- und Staffelpreise
- Mehrere Preislisten und Kundengruppen
- Mindestbestellmengen und Verpackungseinheiten
- Mehrere Liefer- und Rechnungsadressen
- Kauf auf Rechnung und individuelle Zahlungsziele
- Bestellungen mit Einkaufs- oder Projektreferenzen
- Mehrere Lagerorte
- Teilversand und Teilerstattung
- Rechnungs-, Gutschrift- und Retourenprozesse
ERP-, CRM-, PIM- und Versanddienstleister-Anbindungen
Werden diese Daten gleichzeitig in PrestaShop, ERP, CRM und Warenwirtschaft gepflegt, entstehen ohne klare Verantwortlichkeiten Inkonsistenzen.
Typische Folgen sind:
- Ein Produkt ist im Shop verfügbar, im Lager jedoch ausverkauft.
- Ein Geschäftskunde sieht nicht den vereinbarten Preis.
- Eine Bestellung wird doppelt in das ERP übertragen.
- Varianten können keiner Artikelnummer zugeordnet werden.
- Kundendaten werden mehrfach angelegt.
- Versand- oder Rechnungsstatus stimmen nicht überein.
Fehler werden erst durch Kundenreklamationen erkannt.
Eine professionelle Integration reduziert manuelle Arbeit und stellt sicher, dass alle beteiligten Systeme mit nachvollziehbaren, aktuellen Daten arbeiten.
Datenführung und Mastersysteme festlegen
Die wichtigste Grundlage jeder Integration ist die Festlegung eines Mastersystems für jede Datenart.
Das Mastersystem ist die verbindliche Quelle für einen bestimmten Wert. Änderungen erfolgen grundsätzlich dort und werden anschließend an die angebundenen Systeme verteilt.
Beispiele:
- Das ERP führt Preise und Lagerbestände.
- PrestaShop führt Onlinebestellungen.
- Ein PIM führt Produkttexte, Bilder und technische Merkmale.
- Ein CRM führt Ansprechpartner und Vertriebsinformationen.
Die Buchhaltung erzeugt rechtsverbindliche Rechnungen.
Werden dieselben Daten in mehreren Systemen gleichberechtigt verändert, entstehen Konflikte. Eine Regel wie „der zuletzt gespeicherte Wert gewinnt“ ist für geschäftskritische Daten meist ungeeignet, weil Änderungen dadurch nicht zuverlässig nachvollzogen werden können.
Für jede Datenart sollten Sie daher definieren:
- Mastersystem
- Zielsystem
- Übertragungsrichtung
- Synchronisationsintervall
- Konfliktregel
- Verantwortliche Abteilung
- Fehlerverhalten
Datenführung und Systemverantwortung festlegen
Bevor Sie PrestaShop mit einem ERP- oder Warenwirtschaftssystem verbinden, sollten Sie für jeden Datenbereich eindeutig festlegen, welches System die führende Quelle ist. Dieses Mastersystem bestimmt den verbindlichen Datenstand und überträgt Änderungen an die angebundenen Systeme.
Eine mögliche Verteilung für einen B2B-Shop sieht folgendermaßen aus:
- Artikelnummern und Basisdaten: Das ERP oder PIM ist führend. Änderungen werden bei Bedarf oder in regelmäßigen Intervallen an PrestaShop übertragen.
- Produkttexte und SEO-Daten: Diese Inhalte werden im PIM oder direkt in PrestaShop gepflegt. Redaktionelle Daten sollten nicht durch allgemeine ERP-Importe überschrieben werden.
- Verkaufspreise: Das ERP oder ein zentrales Pricing-System verwaltet die gültigen Preise und überträgt sie an PrestaShop.
- Kundenspezifische Preise: Individuelle Vertragskonditionen werden im ERP gepflegt und ereignisbasiert oder regelmäßig mit dem Shop synchronisiert.
- Lagerbestände: Das ERP oder die Warenwirtschaft ist führend. Verfügbare Bestände werden kurzfristig oder ereignisbasiert an PrestaShop übertragen.
- Onlinebestellungen: Neue Bestellungen entstehen in PrestaShop und werden unmittelbar an das ERP übermittelt. Eindeutige Bestellreferenzen verhindern doppelte Aufträge.
- Auftragsbearbeitung: Kommissionierung, Freigabe und weitere interne Bearbeitungsschritte erfolgen im ERP. Relevante Statusänderungen werden an PrestaShop zurückgesendet.
- Versandstatus und Tracking: Das ERP oder die Versandsoftware überträgt Versandinformationen und Trackingnummern an den Shop.
- Kundenregistrierungen: Neue B2B-Kunden registrieren sich in PrestaShop und werden nach Prüfung an ERP oder CRM übertragen.
- Bestehende Geschäftskunden: Das ERP oder CRM stellt die verbindliche Kundennummer und weitere Stammdaten bereit.
- Rechnungen und Gutschriften: Rechtsverbindliche Dokumente werden in der Regel im ERP oder Buchhaltungssystem erzeugt und anschließend im PrestaShop-Kundenkonto bereitgestellt.
Diese Aufteilung ist nicht für jedes Unternehmen identisch. Entscheidend ist, dass für jede Datenart eine klare Zuständigkeit, Übertragungsrichtung und Konfliktregel definiert wird. Dadurch vermeiden Sie, dass mehrere Systeme dieselben Informationen gleichzeitig verändern oder sich Daten bei der Synchronisation gegenseitig überschreiben.
Produktdaten und Varianten mappen
Ein Datenmapping beschreibt, welches Feld im Quellsystem welchem Feld im Zielsystem entspricht. Dabei reicht es nicht aus, nur Feldnamen gegenüberzustellen.
Eine vollständige Mappingdefinition enthält:
- Quellfeld und Zielfeld
- Datentyp
- Pflichtfeldstatus
- Zeichenlänge
- zulässige Werte
- Format und Einheit
- Konvertierungsregel
- Standardwert
- Validierung
Fehlerverhalten
Produktmapping
| ERP-Feld | PrestaShop-Feld | Datentyp | Pflichtfeld | Regel | Fehlerverhalten |
|---|---|---|---|---|---|
| artikelnummer | reference | String | Ja | Muss systemübergreifend eindeutig sein | Datensatz ablehnen und Fehler protokollieren |
| ean | ean13 | String | Nein | Format und Prüfziffer validieren | Feld leer lassen und Warnung erzeugen |
| artikelname_de | Produktname DE | String | Ja | Sprachzuordnung beachten | Import stoppen |
| nettopreis | Preis ohne Steuer | Decimal | Ja | Währung und Rundung eindeutig definieren | Datensatz nicht aktivieren |
| steuercode | Steuerregelgruppe | Mapping / Integer | Ja | Zentrale Mappingtabelle verwenden | Unbekannten Code melden |
| lagerbestand | Verfügbare Menge | Integer | Ja | Reservierungen und Sicherheitsbestand berücksichtigen | Alten Wert beibehalten und Fehler protokollieren |
| gewicht_kg | Gewicht | Decimal | Nein | Einheit in Kilogramm vereinheitlichen | Definierten Standardwert verwenden |
| aktiv | Aktivierungsstatus | Boolean | Ja | Nur freigegebene Artikel aktivieren | Produkt deaktiviert lassen |
| varianten_id | Kombination / Attribut | String | Bei Varianten | Externe Varianten-ID dauerhaft speichern | Variante nicht importieren |
| verpackungseinheit | Mindestmenge oder Zusatzfeld | Integer / String | B2B-abhängig | Verkaufs- und Verpackungseinheit unterscheiden | Warnung erzeugen und manuelle Prüfung anfordern |
Varianten eindeutig identifizieren
Varianten dürfen nicht ausschließlich über sichtbare Texte wie „Blau“ oder „XL“ zugeordnet werden. Bezeichnungen können sich ändern oder mehrfach vorkommen.
Verwenden Sie stattdessen:
- eindeutige ERP-Varianten-ID,
- PrestaShop-Kombinations-ID,
- Variantenartikelnummer,
Kombination aus Hauptartikel und Attributwerten.
Die externe ID sollte in PrestaShop gespeichert werden, damit das Mapping auch nach Änderungen von Namen oder Übersetzungen stabil bleibt.
Technische und redaktionelle Daten trennen
Ein vollständiger Produktimport darf nicht automatisch alle Felder überschreiben.
Sinnvolle Aufteilung:
- ERP: Artikelnummer, Preis, Steuer, Gewicht, Bestand
- PIM: technische Merkmale, Bilder, Übersetzungen
PrestaShop: SEO-Daten, interne Verlinkung, individuelle Shoptexte
Dadurch verhindern Sie, dass redaktionell optimierte Inhalte bei jedem Import verloren gehen.
Preise und Lagerbestände synchronisieren
B2B-Preisstrukturen
B2B-Preise können abhängig sein von:
- Kunde
- Kundengruppe
- Produkt
- Variante
- Mindestmenge
- Währung
- Land
- Vertragszeitraum
Verpackungseinheit
Vor der Umsetzung muss entschieden werden, ob das ERP fertige Preise oder Preisregeln überträgt.
Fertige Preise übertragen
Das ERP berechnet den gültigen Preis und sendet ihn an PrestaShop.
Vorteile:
- Zentrale Preislogik
- Identische Preise in ERP und Shop
Vertragskonditionen bleiben im ERP
Nachteile:
- Große Datenmengen bei vielen Kunden
- Hoher Synchronisationsaufwand
Viele spezifische Preisdatensätze
Preisregeln übertragen
Das ERP überträgt Preislisten, Gruppen oder Staffelregeln. PrestaShop berechnet den Preis.
Vorteile:
- Weniger einzelne Datensätze
- Gute Nutzung nativer PrestaShop-Funktionen
Einfacher bei standardisierten Kundengruppen
Nachteile:
- Verteilte Preislogik
- Rundungs- und Prioritätsregeln müssen exakt abgestimmt werden
Komplexe Vertragsmodelle sind schwieriger abzubilden
Verkaufbaren Bestand definieren
Der in PrestaShop angezeigte Bestand muss nicht dem physischen Lagerbestand entsprechen.
Ein mögliches Modell lautet:
Verkaufbarer Bestand = physischer Bestand – Reservierungen – Sicherheitsbestand
Zusätzlich sollten Sie klären:
- Werden mehrere Lager zusammengefasst?
- Sind erwartete Wareneingänge relevant?
- Dürfen negative Bestände verkauft werden?
- Welche Reservierungen gelten als verbindlich?
- Wie werden Marktplatz- und Filialbestellungen berücksichtigt?
Kunden und Unternehmensdaten zuordnen
Bei B2B-Kunden ist die E-Mail-Adresse allein meist kein zuverlässiger Schlüssel.
Ein Unternehmen kann mehrere Ansprechpartner, Standorte oder Debitorenkonten besitzen. Verwenden Sie deshalb eine dauerhafte externe Identifikation.
Geeignete Schlüssel sind:
- ERP-Debitorennummer
- CRM-Unternehmens-ID
- externe Ansprechpartner-ID
- PrestaShop-Kunden-ID
Kombination aus Unternehmenskonto und Benutzerkonto
Zusätzlich muss definiert werden:
- Darf ein Kunde Stammdaten im Shop ändern?
- Werden Änderungen sofort übernommen oder zunächst geprüft?
- Welches System führt Rechnungsadressen?
- Wie werden mehrere Lieferadressen behandelt?
- Wie werden gesperrte Kundenkonten synchronisiert?
Wer verwaltet Zahlungsziele und Kreditlimits?
Bei komplexen Unternehmensaccounts kann eine individuelle Lösung sinnvoll sein. Waldbyte unterstützt Sie dabei mit individuellen PrestaShop-B2B-Lösungen.
Bestellungen und Statuswerte übertragen
Eine Bestellung umfasst mehr als Produktpositionen und Mengen.
Zu übertragen sind häufig:
- Bestellnummer
- externe Auftragsnummer
- Kundennummer
- Rechnungs- und Lieferadresse
- Artikel- und Variantenreferenzen
- Mengen
- Einzelpreise
- Rabatte
- Steuern
- Versandkosten
- Zahlungsart
- Zahlungsstatus
- Währung
- Bestellreferenz
- Kundenkommentar
Lieferoption
Bereits abgeschlossene Bestellungen sollten im ERP nicht anhand aktueller Produktpreise neu berechnet werden. Übertragen Sie die in der Bestellung gespeicherten Werte, da sich Preise oder Steuerregeln zwischen Bestellung und Import geändert haben können.
Statusmapping
| PrestaShop-Status | ERP-/Warenwirtschaftsstatus | Führendes System | Typischer Folgeprozess |
|---|---|---|---|
| Zahlung ausstehend | Auftrag wartet auf Zahlung | PrestaShop/Zahlungsanbieter | Keine Freigabe zur Kommissionierung |
| Zahlung akzeptiert | Auftrag freigegeben | PrestaShop oder ERP | Auftrag zur Bearbeitung freigeben |
| Zahlung fehlgeschlagen | Zahlungsfehler | PrestaShop/Zahlungsanbieter | Bestellung sperren und Kunden informieren |
| In Bearbeitung | Kommissionierung | ERP | Bestand reservieren |
| Teilweise versendet | Teilwarenausgang gebucht | ERP/Warenwirtschaft | Teiltracking an PrestaShop übertragen |
| Vollständig versendet | Warenausgang abgeschlossen | ERP/Warenwirtschaft | Versandmail und Tracking auslösen |
| Geliefert | Auftrag abgeschlossen | ERP | Abschlussstatus setzen |
| Teilweise erstattet | Teilgutschrift erstellt | ERP/Buchhaltung | Teilbetrag und Positionen aktualisieren |
| Vollständig erstattet | Gutschrift abgeschlossen | ERP/Buchhaltung | Bestellung vollständig erstatten |
| Retoure angemeldet | Retourenprozess eröffnet | PrestaShop oder ERP | Rücksendeprozess starten |
| Retoure eingegangen | Retoure geprüft | ERP/Warenwirtschaft | Bestand oder Ausschuss buchen |
| Storniert | Auftrag storniert | Definierte Prozessregel | Reservierung aufheben |
| Auftrag gesperrt | Manuelle Prüfung erforderlich | ERP | Keine weitere Verarbeitung |
| Gutschrift erstellt | Buchhalterischer Ausgleich erfolgt | ERP/Buchhaltung | Dokument im Kundenkonto bereitstellen |
Für jeden Status muss eindeutig festgelegt werden, welches System die Änderung auslösen darf. Andernfalls können Statusschleifen entstehen.
API, Echtzeit-Synchronisation und Batch-Verarbeitung
Nicht jede Datenart benötigt Echtzeitverarbeitung.
Geeignet für ereignisbasierte Synchronisation
- Neue Bestellungen
- Zahlungseingänge
- Stornierungen
- Kritische Bestandsänderungen
- Kundensperrungen
- Versandstatus
Trackingnummern
Geeignet für geplante Synchronisationsläufe
- Produkttexte
- Bilder
- Kategorien
- umfangreiche Preislisten
- Lieferantendaten
- historische Informationen
Kontrollabgleiche
Eine hybride Architektur kombiniert beide Varianten.
API-Paginierung und Batch Processing
Große Kataloge dürfen nicht in einer einzigen Anfrage verarbeitet werden.
Empfehlenswert sind:
- paginierte API-Abfragen,
- definierte Batchgrößen,
- gespeicherte Fortsetzungspositionen,
- Zeitstempel für Delta-Importe,
- kontrollierte Parallelisierung,
separate Fehlerwarteschlangen.
Ein abgebrochener Import sollte am letzten erfolgreichen Datensatz fortgesetzt werden können. Zusätzlich ist ein regelmäßiger vollständiger Kontrolllauf sinnvoll.
Mappingversionierung
ERP-, PrestaShop- und Datenmodelle verändern sich im Laufe der Zeit. Schnittstellenverträge und Mappingtabellen sollten deshalb versioniert werden.
Dokumentieren Sie:
- Versionsnummer des Datenformats
- hinzugefügte oder entfernte Felder
- geänderte Pflichtfelder
- neue Statuswerte
- Konvertierungsregeln
Datum der produktiven Einführung
Änderungen sollten zunächst in einer Staging-Umgebung getestet werden.
Sicherheit, DSGVO und Zugriffsrechte
API-Zugangsdaten dürfen nicht in URLs, öffentlich sichtbaren Protokollen oder Quelltexten gespeichert werden.
Verwenden Sie:
- HTTPS
- sicheren Authorization-Header
- getrennte Zugangsdaten je Umgebung
- Least-Privilege-Prinzip
- regelmäßige Rotation von API-Schlüsseln
- Protokollierung sicherheitsrelevanter Zugriffe
Zugriffsbeschränkungen nach Ressource und Aktion
Direkte Schreibzugriffe auf PrestaShop-Datenbanktabellen sollten vermieden werden. Sie umgehen möglicherweise Validierungen, Hooks, Cache-Aktualisierungen und Geschäftslogik.
DSGVO und Datenlöschung
Bei Kundendaten muss definiert werden, wie Lösch-, Sperr- und Anonymisierungsanforderungen systemübergreifend verarbeitet werden.
Klären Sie:
- Welches System startet den Löschprozess?
- Welche Daten unterliegen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen?
- Welche Datensätze dürfen anonymisiert werden?
- Wie werden verbundene Systeme informiert?
Wie wird die erfolgreiche Verarbeitung dokumentiert?
Eine Löschung in PrestaShop allein reicht nicht aus, wenn Kundendaten weiterhin im ERP, CRM oder in einer Middleware gespeichert sind.
Monitoring, Abstimmung und Notfallbetrieb
Warteschlangen und Wiederholungen
Ist das ERP vorübergehend nicht erreichbar, dürfen Bestellungen nicht verloren gehen.
Eine robuste Integration sollte:
- Datensätze zunächst sicher speichern,
- die Übertragung starten,
- das Ergebnis protokollieren,
- fehlgeschlagene Übertragungen erneut versuchen,
- nach mehreren Fehlern einen Administrator informieren.
Eindeutige Übertragungs-IDs verhindern doppelte Aufträge. Dieser Mechanismus wird als Idempotenz bezeichnet.
Abstimmungs-Lauf
Neben der normalen Synchronisation sollte regelmäßig ein Reconciliation- beziehungsweise Abstimmungs-Lauf stattfinden.
Dabei werden beispielsweise verglichen:
- Lagerbestände
- Preise
- Produktreferenzen
- Kundennummern
- Bestellstatus
- Rechnungsnummern
- Trackinginformationen
Abweichungen sollten in einem Bericht dokumentiert und nicht automatisch unkontrolliert überschrieben werden.
Rollback und Notfallbetrieb
Für den produktiven Betrieb ist ein dokumentiertes Notfallverfahren erforderlich.
Dazu gehören:
- Pausieren der Schnittstelle
- Stoppen einzelner Datenrichtungen
- Sichern der Warteschlange
- erneute Verarbeitung fehlgeschlagener Datensätze
- Rücksetzen fehlerhafter Importe
- manueller Ersatzprozess für Bestellungen
- verantwortliche Ansprechpartner
- definierte Eskalationswege
Ein Rollback muss nicht immer alle Daten zurücksetzen. Häufig ist es sicherer, fehlerhafte Datensätze gezielt zu korrigieren und anschließend erneut zu synchronisieren.
Vorgehensmodell für die Umsetzung
1. Prozesse aufnehmen
Dokumentieren Sie beteiligte Systeme, Datenflüsse, manuelle Arbeitsschritte und bestehende Fehlerquellen.
2. Datenführung festlegen
Bestimmen Sie Mastersystem, Zielsystem, Richtung, Intervall und Konfliktregel für jede Datenart.
3. Mapping spezifizieren
Erfassen Sie Quellfeld, Zielfeld, Datentyp, Pflichtfeld, Validierung und Fehlerverhalten.
4. Schnittstellenarchitektur auswählen
Entscheiden Sie zwischen:
- Standardconnector
- individuellem PrestaShop-Modul
- Middleware
- direkter API-Integration
Für komplexe Anforderungen entwickelt der Waldbyte-Service für Module und Schnittstellen maßgeschneiderte Integrationen und PrestaShop-Erweiterungen.
5. Staging und Tests
Testen Sie unter anderem:
- Produkte und Varianten
- Kunden- und Gruppenpreise
- Steuerfälle
- Neukunden und Bestandskunden
- Stornierungen
- Teilversand
- Retouren
- Zahlungsausfälle
- Systemausfälle und Wiederholungen
6. Kontrollierter Go-live
Führen Sie eine definierte Erstübernahme durch und prüfen Sie Stichproben für Produkte, Preise, Bestände, Kunden und Bestellungen.
7. Monitoring etablieren
Überwachen Sie Fehlerrate, Übertragungsdauer, Warteschlangen, Preisabweichungen und doppelte Datensätze.
Fazit und Waldbyte-Services
Eine PrestaShop-ERP-Integration ist kein reines Connector-Projekt. Sie ist ein zentraler Bestandteil Ihrer B2B-Systemarchitektur.
Der Erfolg hängt insbesondere ab von:
- klar definierten Mastersystemen,
- vollständigem Datenmapping,
- eindeutigen Identifikatoren,
- kontrollierten Synchronisationsrichtungen,
- sicherer API-Nutzung,
- nachvollziehbarer Fehlerbehandlung,
- regelmäßigen Abstimmungsläufen,
- dokumentiertem Notfallbetrieb.
Waldbyte unterstützt B2B-Händler, Hersteller und E-Commerce-Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung belastbarer PrestaShop-Integrationen.
Unsere Leistungen umfassen:
- Analyse bestehender Prozesse
- Datenführungs- und Mappingkonzepte
- individuelle PrestaShop-Module
- ERP- und Warenwirtschaftsanbindungen
- API- und Middleware-Entwicklung
- Preis-, Lager- und Auftragssynchronisation
- Monitoring und Fehlerprotokollierung
- Staging, Migration und Go-live
- Wartung und technische Weiterentwicklung
Kontaktieren Sie Waldbyte für eine technische Beratung und eine skalierbare Umsetzung Ihrer PrestaShop-ERP-Integration.
Produktmapping
| ERP-Feld | PrestaShop-Feld | Datentyp | Pflichtfeld | Regel | Fehlerverhalten |
|---|---|---|---|---|---|
artikelnummer |
reference |
String | Ja | Muss systemübergreifend eindeutig sein | Datensatz ablehnen und Fehler protokollieren |
ean |
ean13 |
String | Nein | Format und Prüfziffer validieren | Feld leer lassen und Warnung erzeugen |
artikelname_de |
Produktname DE | String | Ja | Sprachzuordnung beachten | Import stoppen |
nettopreis |
Preis ohne Steuer | Decimal | Ja | Währung und Rundung eindeutig definieren | Datensatz nicht aktivieren |
steuercode |
Steuerregelgruppe | Mapping / Integer | Ja | Zentrale Mappingtabelle verwenden | Unbekannten Code melden |
lagerbestand |
Verfügbare Menge | Integer | Ja | Reservierungen und Sicherheitsbestand berücksichtigen | Alten Wert beibehalten und Fehler protokollieren |
gewicht_kg |
Gewicht | Decimal | Nein | Einheit in Kilogramm vereinheitlichen | Definierten Standardwert verwenden |
aktiv |
Aktivierungsstatus | Boolean | Ja | Nur freigegebene Artikel aktivieren | Produkt deaktiviert lassen |
varianten_id |
Kombination / Attribut | String | Bei Varianten | Externe Varianten-ID dauerhaft speichern | Variante nicht importieren |
verpackungseinheit |
Mindestmenge oder Zusatzfeld | Integer / String | B2B-abhängig | Verkaufs- und Verpackungseinheit unterscheiden | Warnung erzeugen und manuelle Prüfung anfordern |